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Die Digitalisierung als sicherer Grundstein in der Krise: 4 Lösungsansätze für die Baubranche

22.8.2022

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Lieferung? Kommt doch nicht. Angebot? Zurückgezogen wegen steigender Preise. Dieselkraftstoff? Gibt es nicht mehr. Der Russisch-Ukrainische Krieg hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft in Deutschland und auch für uns als Privatpersonen. Das ist längst kein Geheimnis mehr. Während mir als Privatperson aber erstmal nur das Olivenöl ausgeht, spürt die Bauindustrie die Folgen des Krieges ganz direkt. Und ganz schmerzhaft.

90 Prozent der Befragten der letzten Umfrage vom Hauptverband für die Deutsche Bauindustrie haben so beispielsweise angegeben, dass der Russisch-Ukrainische Krieg Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Wir klären deshalb in diesem Artikel: 

  1. Welche Folgen hat die Krise in Europa ganz konkret?
  2. Was hat die Globalisierung damit zu tun?
  3. Warum denken wir, dass die Digitalisierung bei dieser und bei zukünftigen Krisen so wichtig ist?
  4. Welche 4 Schritte kannst du jetzt gehen um besser gewappnet zu sein?

Verzögerungen, hohe Lieferkosten und fehlende Arbeitskräfte im Russisch-Ukrainischen Krieg

2022 sollte eigentlich das Jahr sein, in dem die Bauindustrie sich wieder fängt. Corona und der ständige Materialmangel verliefen wieder in geregelten Bahnen und das Auftragsvolumen war historisch hoch. Im April und Mai 2022 dann der Einbruch. Die Industrie steht wieder auf dem gleichen Level wie im ersten Corona Lockdown 2020. Die neue Wachstumsprognose für dieses Jahr liegt nur noch bei 2 Prozent oder sogar einer Stagnation. Grund dafür ist der Russisch-Ukrainische Krieg.

*Ergebnisse der Umfrage vom Hauptverband für die Deutsche Bauindustrie

Lieferengpässe und Materialmangel sind aber nur die Spitze des Eisberges. Längerfristige Folgen sind Verzögerungen in den Projekten und Probleme mit Auftragsstornierungen.

Ein Teufelskreislauf beginnt. Denn Folge der Materialengpässe und Verzögerungen sind steigende Kosten bei Energie und Transport sowie ausbleibende Angebote. Zusätzlich sagen 17 Prozent ihnen fehlen Fachkräfte aus der Region. Und das bei einer Branche die bereits stark vom Fachkräftemangel betroffen ist.

Fakt ist also: der Krieg scheint zwar weit weg, die Folgen für die Bauindustrie sind aber ganz nah. Die gute Nachricht: Das Auftragsvolumen in der Branche bleibt hoch und die Digitalisierung von täglichen Prozessen und Arbeitsschritten kann eine stabile Grundlage für diese und kommende Herausforderungen sein.

Die Globalisierung macht die Branche anfällig für Krisen

Kommt mir irgendwie bekannt vor, sagen Sie jetzt vielleicht. Die Folgen dieser Krise sind schließlich nicht unähnlich den Folgen der letzten Krise: Corona ist ja gerade erst “vorbei”. 

Die Bauindustrie ist historisch gesehen eine sehr stabile Branche. Früher waren Unternehmen sehr lokal, heute wachsen sie und werden überregional, aber gebaut wird eigentlich immer. Was sich geändert hat, sind die Lieferketten, Arbeitsweisen und Transportwege. Die Branche wird, so wie alles andere auch, globalisiert. Und das ist prinzipiell gut. Denn mit der Globalisierung kommt internationales Wissen, neue Arbeitsplätze entstehen und der verteilte Wohlstand führt zu mehr Projekten. 

Die Globalisierung macht die Branche aber auch anfällig. Der Butterfly Effekt ist echt, denn genau diese neuen überregionalen Lieferketten, langen Transportwege und internationalen Arbeitskräfte brechen bei globalen Krisen schneller ein als früher. Geopolitische Entscheidungen haben plötzlich einen Einfluss auf deutsche Bauunternehmen. Das bedeutet leider auch: Der Krieg wird nicht die letzte Krise sein, die die Branche trifft. Die sonst so stabile Bauindustrie steht vor der Herausforderung, sich agil genug aufstellen zu müssen, um für die Schwankungen der internationalen Konjunktur gewappnet zu sein. 

Eine PwC-Studie zum Thema Corona und Digitalisierung fand 2020 heraus, dass 80 Prozent der befragten Bauunternehmen und 93 Prozent der Planer und Projektsteuerer die Digitalisierung als wichtiges Hilfsmittel in der Corona-Krise gesehen haben. Hier liegt eine Chance verborgen, mit den richtigen Tools und Prozessen besser auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

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Die Digitalisierung als sicherer Grundstein in der Krise

#1 Automatisierungen für mehr Effizienz

Eine der Folgen der momentanen Krise ist, dass Gewerke Probleme haben, die richtigen Materialien zum richtigen Zeitpunkt zu bekommen. Das führt zum Teil dazu, dass Subunternehmer auf Grundlage von fehlender Zeit und fehlendem Material ihre Angebote zurückziehen müssen. Im Umkehrschluss bedeutet das für die Generalunternehmer, dass neue Gewerke gefunden und eingearbeitet werden müssen. Das bedeutet nervige extra Arbeit, die aber mit dem richtigen Tool reduziert werden kann.

In einem digitalen Baumanagement Tool können zum Beispiel neue Gewerk ganz einfach zu einem Projekt eingeladen und Aufgaben zugewiesen werden. Nicht nur die Koordination von Gewerken lässt sich über eine Software optimieren, auch die zeitaufwendige Bauzeitenplanung ist damit einfacher. Wählen Sie dabei aber auf jeden Fall ein Baumanagement Tool, dessen Funktionen miteinander verknüpft sind. Wenn Sie dann eine Information wie das neue Gewerk dokumentieren, erscheint dieses inklusive der neuen Fristen und Aufgaben auch in Ihrer Bauzeitenplanung. Sie verlieren nicht den Überblick und die Automatisierung der Prozesse spart vor allem eins: Zeit. Und Zeit ist Geld. 

Ein weiteres Beispiel: Auch der Qualitätsstandard kann durch Automatisierungen gesichert werden. Automatisch hinterlegte Standards in Dokumenten oder automatisierte Wetterdaten in Bautagebüchern sind dabei nur zwei Beispiele für Absicherungen. 

#2 Schneller kommunizieren

78 Prozent der Befragten in der letzten PwC-Studie zum Thema Digitalisierung erhoffen sich durch die Digitalisierung eine bessere Zusammenarbeit und Kommunikation. Man kann nicht nicht kommunizieren, heißt es ja so schön und das gilt natürlich auch für die Bauindustrie. Hier gilt es schließlich, mit teilweise dutzenden Subunternehmen und Gewerken in Kontakt zu bleiben. Sie wissen, wie das ist, wenn den ganzen Tag das Telefon klingelt. 

Die Kommunikation wird in Krisenzeiten noch relevanter, da es mehr spontane Änderungen zu melden gibt. Statt dem Telefon gibt es dafür aber inzwischen digitale Tools, die Aufgaben und Kollaboration vernetzen. Ein Beispiel: Viele moderne Baumanagement Systeme arbeiten mit einem Ticket-System. In dem System wird dann beispielsweise eine Aufgabe erstellt, im Bauplan verortet und dem zuständigen Handwerker zugeteilt. Ganz ohne Telefonat. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern macht die Kommunikation und Kollaboration auch übersichtlicher und nachvollziehbar. 

#3 Kostensenkungen durch effizientes Arbeiten

Nicht nur die Tools und Kommunikation selbst werden digitaler. Die Digitalisierung bringt auch grundlegend neue Arbeitsweisen mit sich. Trends wie BIM sorgen dabei für eine höhere Effektivität in der Branche. Die Folge sind erheblich reduzierte Kosten und Risiken bereits während der Planung und dem Bauprozess. 

Ein Beispiel: BIM arbeitet mit der 3D-Visualisierung von Gebäuden und einem zentralen digitalen Datenmodell. Das Gebäude, der Bauplan und alle abgelegten Daten sind so an einem Ort zugänglich und alle beteiligten Parteien arbeiten mit einer Grundlage. Genau wie durch automatisierte Prozesse kann durch BIM so doppelte Arbeit vermieden werden. BIM ist aber nicht die einzige Arbeitsweise, die zu effizienterer Arbeit führen kann. Auch Prozesse und Strukturen aus dem Engineering und Development wie Scrum und Kanban können bei Projektteams im Büro für mehr Effizienz sorgen. 

#4 Digitale Talentstrategie

Die Baubranche hat einen extremen Fachkräftemangel. So war erst kürzlich im Handelsblatt zu lesen, dass alleine im Berufsfeld Sanitär, Heizung und Klimatechnik nur 18 Prozent der Stellen besetzt sind. 191.000 freie Stellen gibt es insgesamt laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsforschung und jetzt fehlen auch noch Arbeitskräfte aus den vom Krieg betroffenen Ländern. 

Digitale Prozesse im Personalwesen können helfen, den Fachkräftemangel nachhaltig anzugehen, mehr junge Talente zu erreichen und auch zu halten. Das geht schon bei der Talentakquise los. PORR wirbt so beispielsweise mit Videos auf TikTok, digitale Portale wie Kununu und Glassdoor sind als Standards angekommen und Talentakquise läuft nicht selten über LinkedIn. Gerade die junge Generation setzt ein digitales Arbeitsumfeld voraus und wird nicht mit Zettel und Papier gewonnen. Ein weiterer Wunsch der jungen Zielgruppe: eine akademische Ausbildung. Gerade das duale Studium ist beliebt. In digitalen Bewerbungsprozessen und innovativen Ausbildungswegen liegt also viel Potential verborgen, um junge Zielgruppen anzuwerben. 

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Digitale Lösungen beschleunigen heute Bestell-, Abrechnungs- und Qualitätsprozesse und entwickeln sich zudem extrem schnell weiter. Während wir in der Welt des Baus weitere Krisen erwarten können, kann die Digitalisierung also helfen, diesen stabiler entgegenzutreten und wird damit zur absoluten Notwendigkeit.

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