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Baustellensicherheit Checkliste: So sorgen Sie für Sicherheit am Bau!

Baustellensicherheit Checkliste: So sorgen Sie für Sicherheit am Bau!

January 5, 2021

Ob Arbeitskräfte, Architekten oder Bauherren – alle am Bau beteiligten sind unterschiedlichen Gefahrensituationen ausgesetzt. Um das Unfallpotential möglichst gering zu halten, ist die Sicherung einer Baustelle von hoher Bedeutung. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Baustellensicherheit unterstützen und was ein SiGeKo damit zu tun hat. Damit Sie die wichtigsten Punkte nicht vergessen, haken Sie unsere Baustellensicherheit-Checkliste gleich ab.

Capmo-Tipp: Die Dokumentation der Baustellensicherheit ist nur einer der vielen Bereiche im Baumanagement, die digital schneller und einfacher gelingen. Welche Vorteile das digitale Planen & Bauen mit sich bringt und wie Ihnen der Umstieg gelingt, erfahren Sie in unserem kostenlosen eBook.

Baustellensicherheit: die wichtigsten Fragen & Antworten

Auf der Baustelle wird Sicherheit großgeschrieben. Doch was genau hat das zu bedeuten? Welche Aspekte müssen Sie einbeziehen, damit auch Sie sicher auf dem Bau unterwegs sind? Schauen wir genauer hin!

Was ist Baustellensicherheit?

Auf der Baustelle gibt es ständige Veränderungen der Arbeitsbedingungen und Anforderungen. Allein schwankende Witterungsverhältnisse erfordern von allen Beteiligten, sich tagtäglich neu auf das Arbeitsumfeld einzustellen. Hinzu kommen beispielsweise das Arbeiten in der kontaminierten Bereichen,Höhe, Zeit- und Termindruck. Maschinen und schwere oder unhandliche Materialien bedingen einen hohen körperlichen Einsatz und bergen die Gefahr von Unfällen.

Von den eingesetzten Arbeitsmitteln und Arbeitsverfahren kann ein unterschiedlich hohes Gefahrenpotenzial ausgehen. Schutzausrüstungen, Pläne und Maßnahmen zur Vermeidung dieser Gefahren tragen maßgeblich zur Sicherheit bei. Auch sollten Mitarbeiter mögliche Gefahrenquellen selbst erkennen können. Regelmäßige Schulungen vermitteln das notwendige Wissen und anwendbare Erfahrungswerte.

Für eine ordnungsgemäße Baustellensicherheit sorgen die richtige Organisation und Absicherung der Baustelle. Dazu gehört nicht nur die Baustelle selbst, sondern auch Zufahrtswege und Absperrungen hin zu öffentlichen Verkehrswegen.

Somit sind mit Baustellensicherheit sind alle Maßnahmen gemeint, die zum Schutz vor Arbeitsunfällen oder Berufserkrankungen aller Beschäftigten auf dem Bau ergriffen werden.

Capmo-Tipp: Damit Sie im Nachgang nachweisen können, dass Sie all diese Vorkehrungen getroffen haben, sollten Sie diese von Beginn an rechtssicher dokumentieren. Wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie in unserem kostenlosen eBook!

Welche Bedeutung hat die Sicherheit auf der Baustelle?

Gesunde Mitarbeiter sind nicht nur motivierter: Sie können mit ihnen auch zuverlässiger planen. Zeit- und Kostenrahmen können dann genauer eingehalten werden, was Ihrem Projekterfolg direkt zugutekommt.

Um Arbeitsunfälle oder auch Berufskrankheiten von Arbeitskräften möglichst zu vermeiden, wurden verschiedene gesetzliche Regelungen erlassen:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Dient der Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit.
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV): Regelt die Sicherheit von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf der Baustelle.
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Zielt darauf ab, mehr Sicherheit bei der Verwendung von Arbeitsmitteln zu gewährleisten.
  • Baustellenverordnung (BaustellV): Dient der Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf Baustellen.

Unabhängig der gesetzlichen Regelungen sollte ein hohes Niveau an Baustellensicherheit immer auch in Ihrem Interesse sein. Die ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen dienen zum Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter und nicht zuletzt auch Ihnen selbst.

Wer ist für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich?

Der Baustellenverordnung entsprechend ist der Arbeitgeber für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich. Zugleich verpflichtet die Verordnung dazu, die Baustellensicherheit zu koordinieren. Die gültige Regelung dazu trat am 10. Juni 1998 in Kraft. Jedes Unternehmen auf dem Bau trägt daher die Verantwortung für den eigenen Betrieb und die jeweiligen Mitarbeiter, um Arbeitsunfälle wirksam zu vermeiden.

SiGeKo im Einsatz auf der Baustelle

Die Baustellenverordnung (BaustellV) sieht vor, dass generell jedes Unternehmen selbst für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich ist. Doch meist ist auf einer Baustelle nicht nur eine Firma tätig. Wie sehen dann die Regeln aus?

Bedeutung und Aufgaben des SiGeKo

Stellen Sie sich vor, jedes Unternehmen erarbeitet eigene Schutzpläne für die Sicherheit auf der Baustelle. Das kann schnell unübersichtlich werden und führt zu ineffizienter Doppelarbeit. In dem Falle wird die Verantwortung auf den Bauherren übertragen. Der wiederum setzt dann einen oder mehrere sogenannte Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo) ein, die für die Sicherheit auf der Baustelle zuständig sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen solchen Sicherheitskoordinator bereitzustellen: Ein SiGeKo kann

  • der Bauherr selbst sein, wenn er über die erforderlichen Qualifikationen verfügt.
  • eine Person der beteiligten Firmen sein.
  • von einer externen Firma gestellt werden, der speziell für die Rolle als Koordinator geschult ist.

Erfordert ein Bauprojekt mehr als 500 Manntage oder werden besonders gefährliche Arbeiten ausgeführt, so ist ein externer SiGeKo Pflicht. Was genau unter gefährlichen Arbeiten zu verstehen ist, definiert Anhang II der Baustellenverordnung.

Ausgehend von einem übergeordneten SiGeKo können die erforderlichen Maßnahmen sehr viel effektiver aufeinander abgestimmt und das Sicherheitsniveau angehoben werden. Eine vorteilhafte Situation für alle Beteiligten.

Der verantwortliche Koordinator hat zunächst die Aufgabe, eine optimale Zusammenarbeit der Unternehmen zu organisieren. Jedes Bauprojekt erfordert zum Teil gesonderte Maßnahmen für einen sicheren Ablauf:

Aufgaben während der Planungsphase

Sicherheit auf dem Bau beginnt bereits in der Planungsphase. Je nach Größe des Vorhabens können die erforderlichen Schritte laut Baustellenverordnung unterschiedlich ausfallen. Folgendes sollten Sie wissen, um den geplanten Baubeginn nicht zu gefährden.

Vorankündigung vor Errichtung der Baustelle

Überschreitet die geplante Bauzeit 30 Tage und arbeiten gleichzeitig mehr als 20 Beschäftigte vor Ort, ist eine Vorankündigung notwendig. Auch wenn mehr als 500 Personentage für den Bau eingeplant werden, ist eine solche Vorankündigung zu machen. Konkret muss dann zwei Wochen vor der Errichtung der Baustelle das Bauvorhaben an die zuständige Behörde gemeldet werden. Zugleich ist die Vorankündigung sichtbar auf der Baustelle aufzuhängen.

Erstellung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGe-Plan)

Der eingesetzte Koordinator ist für die Erstellung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans (SiGe-Plan) zuständig. Dieser muss ebenso vor der Errichtung der Baustelle fertiggestellt sein. Dieser Plan enthält wichtige Bestimmungen zum Arbeitsschutz auf der Baustelle. Ein individueller Bezug zu den Tätigkeiten auf der Baustelle muss klar erkennbar sein.

Schon in der Planungsphase erarbeitet der SiGeKo daher geeignete Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Das setzt voraus, dass der Koordinator einen Einblick in den Ablauf erhält, um mögliche Gefahrenquellen antizipieren zu können.

Unterlage für spätere Arbeiten am Bauwerk

Im Falle von möglichen späteren Arbeiten am Bauwerk ist vorab eine Unterlage mit den zu berücksichtigenden Aufgaben zusammenstellen. Diese weisen ebenso einen Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf.

Aktivitäten nach der Baustellenverordnung für mehr Sicherheit auf der Baustelle
Aus der Baustellenverordnung ergeben sich die verschiedenen Aktivitäten. Quelle: Baua.de

Aufgaben während der Ausführungsphase

Mit einer guten Planung liegen bereits umfangreiche Sicherheitskonzepte vor. Damit diese auch tatsächlich Sicherheit gewähren, fallen während der gesamten Bauphase diverse Aufgaben an:

Anwendung des Arbeitsschutzgesetzes

Der SiGeKo hat die Einhaltung der allgemeinen Bestimmungen des § 4 des Arbeitsschutzgesetzes zu koordinieren. Das betrifft zum Beispiel grundlegende Schutzmaßnahmen, um die Gefährdung von Leben und Gesundheit möglichst gering zu halten.

Einhaltung der aufgestellten Maßnahmen

Die Sicherheitsmaßnahmen werden nicht nur erstellt. Der Koordinator ist noch dazu in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass alle beteiligten Firmen diese Vorgaben einhalten. Arbeitgeber haben dabei selbst die vorschriftsmäßige Durchführung der Arbeitsverfahren zu überwachen. Sie werden hierbei unterstützend vom SiGeKo koordiniert. Ergänzend dazu sind laut Baustellenverordnung auch alle Beschäftigten auf der Baustelle selbst für die Einhaltung der Maßnahmen verpflichtet.

Änderungen im Laufe des Bauprojekts berücksichtigen

Sollten sich im Laufe des Bauprojekts die Gegebenheiten ändern, hat der Koordinator den SiGe-Plan falls notwendig anzupassen. Die Änderungen sind bekannt zu geben und ebenso einzuhalten.

Koordination der beteiligten Unternehmen

Bei Bedarf koordiniert der SiGeKo ein optimales Zusammenwirken der einzelnen Firmen untereinander. Dazu terminiert er Sicherheitsbesprechungen oder auch Baustellenbegehungen, wenn er dies für erforderlich hält.

Unser Tipp: Dokumentieren Sie nicht nur Ihren eigenen Baufortschritt, sondern auch die Einhaltung der Maßnahmen und Vorschriften. Ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren unterstützt Ihre Beweislage, sollte es zwischenzeitlich zu Baumängeln in Verbindung mit einem Rechtsstreit kommen.

Kosten: Wie hoch ist das SiGeKo-Honorar?

Die Kosten für die Leistungen eines SiGeKo entstehen in Form eines Honorars. Das Honorar ist weder in der HOAI beschrieben, noch lässt es sich daraus ableiten. Vielmehr beeinflussen den Wert der SiGeKo-Leistung die einzelnen Aufgaben während der Planung- und Ausführungsphase des Bauprojekts gemäß der Baustellenverordnung.

Generell teilen sich die Kosten auf beide Phasen zu je 50 % auf. In der ersten Phase ist die Erstellung des SiGe-Plans die zeitintensive Position. In der zweiten Phase erfordert die regelmäßige Begehung und Kontrolle der Baustelle einen hohen Zeiteinsatz. Je intensiver der Kontroll- und Koordinationsbedarf auf der Baustelle, desto mehr verteilen sich die Kostenanteile auf die zweite Phase.

Ausgangspunkt für die gesamte Kalkulation sind die anzurechnenden Baukosten. Weitere Einflussgrößen sind die Länge der Bauzeit sowie das mögliche Gefahrenpotential, das von dem Bauvorhaben ausgeht.

Sicherheit am Bau: Die Kosten für die SiGeKo
Die Kosten für die SiGeKo sind vom Gefährdungspotenzial und den anrechenbaren Kosten abhängig.

Als Beispiel fallen für einen SiGeKo mit anrechenbaren Baukosten von etwa 100.000 Euro ungefähr 2 bis 3 % dieser Summe an. Bei kostenintensiveren Projekten reduziert sich der Prozentsatz sogar bis unter 1 %. Die Ursache dafür ist einfach erklärt: Sicherheitskonzepte erfordern einen gewissen Aufwand und Umfang – ganz gleich, wie groß das Projekt ist. Höhere Bausummen führen eher geringfügig zu einem höheren Bedarf an Sicherheitsmaßnahmen.

Sollte es im Lauf der Bauphase zu zeitlichen Verzögerungen kommen, ist die verlängerte Beauftragung zusätzlich zu honorieren. Nebenkosten wie Fahrtkosten sind gemäß § 7 HOAI zusätzlich einzukalkulieren.

Unterstützung bei kompetenten Anlaufstellen finden

Sparen Sie Zeit und nutzen Sie die Kompetenz eines externen SiGeKo zur Gewährleistung Ihrer Baustellensicherheit. Hier finden Sie einige professionelle Anlaufstellen, an die Sie sich wenden können:

Büro für Arbeit & Umwelt Managementsysteme GmbH

+49 (0) 21 91 69 60 60

info@bau-rs.de

www.bau-rs.de

AB Arbeitsschutz GmbH

+49 (0) 800 5888 496

info@ab-arbeitsschutz.de

www.ab-arbeitsschutz.de

TÜV SÜD AG

+49 (89) 5791-0

info@tuvsud.com

www.tuvsud.com/de-de

DMT GmbH & Co. KG

+49 (0) 201 172-01

info@dmt-group.com

www.dmt-group.com/de

Baustellensicherheit: Checkliste für Firmen und Bauherren

Die Sicherheitsbestimmungen auf Baustellen einzuhalten, schützt Gesundheit und Leben aller Beteiligten. Nicht zuletzt drohen Ihnen Sanktionen und Bußgelder, wenn die Einhaltung der Verordnungen Lücken aufweist. Nutzen Sie die folgende Checkliste, um die Baustellen Vorschriften genauer im Blick zu behalten. Beachten Sie jedoch, dass jedes Bauprojekt individuell auf die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu prüfen ist.

  • Baustelle und Verkehrswege wurden abgesichert.
  • Meldepflichten wurden eingehalten.
  • Gesetze und Verordnungen wurden auf Einhaltung geprüft.
  • Individuelle Schutzpläne für den Einsatz von Arbeitsmitteln liegen vor.
  • Arbeitsverfahren wurden sicher aufgesetzt.
  • Mitarbeiter sind für die Arbeiten geschult und qualifiziert.
  • Ein Erste Hilfe Konzept für Notfallsituationen liegt vor.
  • Ergriffene Maßnahmen werden fortlaufend dokumentiert.

Digital dokumentiert sind Sie auf der sicheren Seite

Zur Sicherung einer Baustelle gehen Sie am besten präventiv und systematisch vor. Denn bei einem möglichen Schadensfall sollten ausreichend Dokumente vorliegen, die Ihre Sorgfalt nachweisen können. Damit alle Vorfälle auch später noch nachvollziehbar sind, ist Ihnen mit einer digitalen Baudokumentation geholfen.

Warum?

Mühelos Unterlagen ans Team weiterleiten

Digital in einer Baumanagement App erstellt, können Sie jegliche Berichte und Protokolle per Klick exportieren und an Ihre Partner weiterleiten. Das Faxgerät darf also von nun an getrost in den Keller wandern.

Wertvolle Zeit sparen

Praktische Funktionen wie die Spracheingabe oder die automatische Synchronisation zwischen Smartphone und PC sorgen dafür, dass Sie schnell und effizient dokumentieren. Sie sparen sich so die Zeit für nervige Nacharbeit und können früher in den Feierabend starten.

Alle Unterlagen vollständig gespeichert

Anstatt lange in verschiedenen Ordnern suchen zu müssen, speichern Sie digital alle Informationen an einem Ort ab. So müssen Sie bei Rückfragen nicht lange suchen und haben immer eine Antwort parat.

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