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Wie Implenia Projekterfolg im Bauwesen wiederholbar macht

4.8.2026

Lesezeit:
5
min
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Die KONKRET 2026 war vollgepackt mit konkreten Einblicken, echten Projekterfahrungen und einem klaren Signal: Die Digitalisierung der Baubranche hat Fahrt aufgenommen. In dieser Serie greifen wir die Inhalte aller Vorträge noch einmal kompakt auf – für alle, die dabei waren und nochmal nachlesen möchten, und für alle, die es verpasst haben.

Matthias Dalchow verantwortet bei Implenia den Bereich Projektexzellenz und Services – eine interne Einheit, die Führungskräfte und Bauprojekte dabei unterstützt, noch effizienter zu arbeiten. In seinem Vortrag auf der KONKRET 2026 legte er den Finger in eine Wunde, die viele kennen, aber selten offen benennen: Die Baubranche hat kein Ideendefizit. Sie hat ein Umsetzungsdefizit.

Ideen, Technologien und Erkenntnisse gibt es genug. Aber wie schafft man es, dass aus einer guten Erkenntnis eine veränderte Arbeitsweise wird – über 100 Projekte, 1.700 Mitarbeitende und mehrere Regionen hinweg? Genau darum ging es in seinem Vortrag.

Erst der Rückspiegel: Was die Daten zeigen

Implenia hat 2017 das gesamte Projektportfolio analysiert. Das Ergebnis war eindeutig: Viele Projekte hatten negative Auswirkungen auf den Umsatz der Unternehmensgruppe oder blieben hinter den internen Umsatzzielen zurück.

In einer weiteren Analyse, kombiniert mit Interviews der Führungskräfte, wurden die Top-3-Faktoren für erfolgreiche Projekte identifiziert. Die Erkenntnis: Es sind dieselben Faktoren, die Projekte auf die eine oder andere Seite kippen lassen – gutes Team, klare Organisation, frühzeitiger Einsatz. Nichts Überraschendes. Und genau da liegt das Problem: Wenn alle nicken und sagen „ja, klar, macht Sinn" – und dann trotzdem nichts ändert.

Standards als Voraussetzung für Verbesserung

„Ohne Standards keine Verbesserung. Wir müssen den Standard erst definieren, um ihn dann verbessern zu können."

Dalchows Antwort ist ein klar strukturierter „Implenia Way of Working": ein Standard-Set an Prozessen, das früh im Projekt eingeführt wird und für alle Projekte gilt – nicht als starre Vorschrift, sondern als gemeinsamer Rahmen. Gesundheit, Sicherheit und Umweltstandards sind nicht verhandelbar. Darüber hinaus gibt es definierte Prozesse für Akquisition, Abwicklung und Risikomanagement, mit bewusst gesetztem Detaillierungsgrad, der Raum für projektspezifische Anpassungen lässt.

Der Kern davon: der Value Assurance-Ansatz. Projekte werden nach Risiko klassifiziert, nicht rein nach Auftragssumme. Vor jeder Angebotsphase steht eine strukturierte Entscheidung: Wollen wir dieses Projekt übernehmen? Ist unser Team dafür das richtige? Je nach Risikoklasse entscheiden das lokale Management oder die Geschäftsführung gemeinsam.

Das Ergebnis: Das Risikoprofil der Projekte wurde ausgeglichener und die Prognosen wurden besser.

Kollektive Rituale einführen

Ein zentraler Gedanke des Vortrags: Technologieadoption scheitert nicht an der Technologie. Sie scheitert daran, dass die organisatorischen Voraussetzungen fehlen.

Matthias Dalchow beschrieb, was er „kollektive Rituale" nennt: Gewohnheiten, die Wissenstransfer zur Selbstverständlichkeit machen. Peer-to-Peer-Projekt-Reviews im Rotationsprinzip, bei denen Führungskräfte fremde Projekte bewerten. Retrospektiven, die nicht nur am Projektende stattfinden, sondern regelmäßig. A3-Sessions aus dem Lean-Bereich, in denen Bauprojektleiter Verbesserungsfälle vorstellen. Und manchmal schlicht: ein Grill am Freitagnachmittag nach einer Projektpräsentation.

Diese Formate kosten wenig, schaffen aber den sozialen Rahmen, in dem Lernen zwischen Projekten und Regionen überhaupt erst stattfindet. Und sie senken die Hürde erheblich, wenn danach Technologie ausgerollt wird.

Technologie als Verstärker, nicht als Ersatz

80 % der Erfolge beim Wandel liegen außerhalb der Technologie – in Prozessen und Organisation. Dalchow teilt diese Einschätzung, sieht aber eine klare Rolle für digitale Tools: Sie können Lernzyklen verkürzen, Muster sichtbar machen und Adoption messbar machen.

Ein konkretes Beispiel: Über 3.000 gemeldete Sicherheitsbeobachtungen, zusammengeführt in einem Dashboard. Kein Mensch würde das manuell auswerten können. Die Technologie macht sichtbar, welche Risikobereiche sich häufen – und ermöglicht es, gezielt Schulungsmaßnahmen abzuleiten. Proaktiv, datenbasiert, ohne Umweg über wochenlange Analysen.

Sein Votum: Wenige Initiativen, aber diese konsequent durchziehen. Wer Veränderung über zwei Jahre streckt, verliert die Organisation. Wer in neun Monaten Ergebnisse liefert, schafft Glaubwürdigkeit für die nächste Initiative.

5 Impulse, die Sie aus diesem Vortrag mitnehmen

  1. Das Problem sind nicht fehlende Ideen, sondern fehlende Umsetzung. Fast jede Bauorganisation weiß, was besser laufen könnte. Die Herausforderung liegt darin, Erkenntnisse in veränderte Standardarbeitsweisen zu überführen – systematisch und dauerhaft.
  2. Standards sind die Voraussetzung für Skalierung. Wer 100 Projekte steuert, kann nicht auf individuelle Strukturen setzen. Ein klarer, verbindlicher Rahmen – mit bewusstem Spielraum – ist die einzige Möglichkeit, Qualität reproduzierbar zu machen.
  3. Risikomanagement beginnt mit dem Nein. Nicht jeder Auftrag ist ein guter Auftrag. Ein strukturierter Go/No-Go-Prozess auf Basis von Risikoklassen – nicht Auftragsgröße – hat bei Implenia die Portfolioqualität messbar verbessert.
  4. Kollektive Rituale schaffen die Grundlage für Technologieadoption. Peer-Reviews, Retrospektiven und gemeinsamer Austausch sind keine Soft-Skill-Maßnahmen. Sie sind die organisatorische Infrastruktur, auf der digitale Veränderungen erst richtig wirken können.
  5. Technologie verkürzt Lernzyklen – aber ersetzt sie nicht. Dashboards und proaktive Alerts helfen Bauprojektleitern, schneller zu handeln. Aber sie funktionieren nur dort, wo Prozesse klar definiert sind und die Organisation bereit ist, aus Daten tatsächlich Konsequenzen zu ziehen.

Sie wollen mehr?

Die KONKRET 2026 hat gezeigt, wie weit die Digitalisierung der Baubranche schon gekommen ist – und wohin sie sich entwickelt. Wer die Diskussionen und Inhalte weiterverfolgen möchte, hat am 19. November 2026 die nächste Gelegenheit.

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