IT-Sicherheit auf der Baustelle: 5 Tipps für einen besseren Schutz

April 21, 2022

3:48 pm

Zwei Männer arbeiten am Computer im Büro

Die IT-Sicherheit ist inzwischen in vielen Branchen ein wichtiges Thema. Schon lange werden nicht mehr nur Banken oder Wirtschaftsunternehmen zur Zielscheibe von Hackern und Cyber-Kriminellen. Auch auf der Baustelle sollten Sie sich die Frage stellen, wie es um die Sicherheit der digitalen Infrastruktur bestellt ist.

Dabei hilft es zunächst, die Gefahren zu kennen. In diesem Artikel gibt Ihnen Alex von PrivacyTutor zudem fünf effektive Tipps, wie Sie in einfachen Schritten die IT-Sicherheit auf der Baustelle und im Büro verbessern.

Welche IT-Gefahren lauern auf der Baustelle?

Auf der Baustelle sind Sie und Ihre Kollegen und Mitarbeiter denselben IT-Gefahren ausgesetzt wie andere Branchen auch. Dazu zählen beispielsweise:

  • Phishing Mails
  • Downloads aus nicht vertrauenswürdigen Quellen
  • Malware
  • DDoS-Angriffe

Einige dieser Bedrohungen sind Ihnen wahrscheinlich ein Begriff – andere sind zwar weit verbreitet, den meisten Menschen aber gar nicht bekannt. 

Phishing Mails enthalten häufig schädliche Dateien oder Links, mit denen Ihnen Malware untergeschoben werden soll. Bei einem DDoS-Angriff wird der Server, auf dem Ihr Online-Auftritt gehostet wird, gezielt überlastet. 

Beispiel einer Phishing E-Mail

Bei der obigen Liste handelt es sich um allgemeine IT-Gefahren. In der Baubranche kommen aber noch einige spezifische Bedrohungen hinzu.

Das gilt zum Beispiel dann, wenn Sie auf der Baustelle arbeiten und mobile Endgeräte dort aufgebaut werden. Neben Routern und Computern mit sensiblen Daten und firmeninterner Software, zählen auch insbesondere Smartphones und WLAN-Hotspots dazu.

Sicher kennen Sie die Situation auch: Auf der Baustelle gibt es immer mehr als genug Arbeit, viele Personen mit unterschiedlichen Verantwortungsbereichen und Aufgaben. Deshalb geht das Thema IT-Sicherheit häufig unter, nicht immer wird damit eine Person beauftragt oder fühlt sich dafür verantwortlich. Bedenken Sie jedoch, dass auf den Smartphone, Laptop & Co Geräten mitunter in der Regel alle Informationen, Pläne, wichtige Daten und Arbeiten gespeichert sind. Diese sollten nicht in die falschen Hände geraten und deshalb unbedingt geschützt werden – nicht nur um den Baufortschritt nicht zu gefähren, sondern auch aus datenschutzrechtlichen Gründen

5 Tipps für mehr IT-Sicherheit auf dem Bau

Die IT-Sicherheit auf der Baustelle zu erhöhen, muss schnell gehen, einfach umsetzbar und unkompliziert sein. Das ist tatsächlich möglich, denn häufig sind es recht kleine Veränderungen, mit denen Sie sich vor vielen Gefahren schützen können. Hier stellen wir Ihnen fünf einfache, aber effektive Tipps vor, mit denen Sie Ihre IT-Infrastruktur auf der Baustelle und im Büro schützen. 

1. Bedrohung erkennen

Der erste Schritt zu einer sicheren IT ist die Erkenntnis, dass verschiedene Gefahren existieren und auch Sie und Ihr Unternehmen treffen könnten. Nicht nur international agierende Firmen, die mit geheimer Software oder Patenten handeln, sind Cyber-Angriffen ausgesetzt.

Viele Unternehmen erhalten heutzutage Phishing Mails oder werden beklaut, wenn Hardware nicht umfassend gesichert ist. Auch Identitätsdiebstahl und Hacker-Angriffe auf Ihre IT-Infrastruktur sind eine reale Bedrohung. 

Jede Branche und Unternehmen von unterschiedlichen Größen können in das Visier von Hacker-Angriffen, Malware und Co. geraten. Deshalb sollten Sie sich zunächst mit den Gefahren beschäftigen und Ihr gesamtes Team darauf aufmerksam machen. 

2. Solides IT-Sicherheitskonzept erschaffen

Möchten Sie die Sicherheit Ihrer IT erhöhen, erstellen Sie dafür am besten ein solides Fundament. Schauen Sie sich an, wie der derzeitige Schutz ist und wo es noch Nachholbedarf gibt. Wichtig dabei ist, dass der neue Standard nicht nur für die Geräte in Ihren Büroräumen gilt, sondern auch für alle Laptops, Smartphones und Co., die vor Ort auf der Baustelle eingesetzt werden.

Ein wichtiger Punkt dabei sind Firewalls. Es gibt darüber hinaus auch branchenspezifische Software und Baustellen-Smartphone oder Baustellen-Tablets, die Sie problemlos mit auf die Baustelle nehmen können. Sie sind vor Staub, Feuchtigkeit und Erschütterungen geschützt.

Möchten Sie Ihre digitale Infrastruktur schützen, kann auch die Nutzung eines VPNs nützlich sein. Es handelt sich dabei um ein virtuelles, privates Netzwerk. Im Arbeitsalltag kann es notwendig werden, dass Sie von Ihrem Laptop auf der Baustelle auf die Server in Ihrem Büro zugreifen.

Ein VPN ermöglicht Ihnen diese Verbindung und erhöht dabei auch die Sicherheit. Die Kommunikation mit dem Server wird verschlüsselt – Ihre Daten werden also sicher transportiert. Am besten nutzen Sie dafür einen professionellen Dienst. In meinem VPN Test erfahren Sie, welche Anbieter ich besonders empfehlen kann. 

3. Interne Schulungen zur IT-Sicherheit

Es ist enorm wichtig, dass Sie ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die Sicherheit Ihrer IT ist. Sie stehen vor der spezifischen Herausforderung, dass die Gefahren nicht nur digital bestehen, sondern auch auf der Baustelle. Hier kommt eine physische Bedrohung hinzu, denn Laptops oder Smartphones könnten unbemerkt entwendet werden.

Es bietet sich deshalb an, eine interne Schulung zu dem Thema durchzuführen. Am besten erläutern Sie in diesem Zusammenhang die verschiedenen Bedrohungen und erklären dem gesamten Team dabei auch, wie sie sich davor schützen können.

Nehmen wir das Beispiel Phishing Mails. Diese gehen immer häufiger auch in Unternehmen ein und zielen nicht mehr nur auf Privatpersonen ab. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern ein Muster für eine Phishing Mail und machen diese darauf aufmerksam, woran sie zu erkennen ist. Dass keine Links angeklickt und keine angehängten Dateien heruntergeladen werden sollen, sollten Sie deutlich betonen. 

4. Apps und Software auf dem neuesten Stand halten

Bei allen Geräten und Anwendungen, die Sie nutzen, sollten Sie stets alle Updates durchführen und die Systeme damit auf dem neuesten Stand halten. Das ist wichtig, da diese häufig Sicherheitslücken schließen oder mögliche Fehler beheben. 

Bei vielen Apps und Software-Anwendungen werden Updates auch automatisch durchgeführt. Prüfen Sie, ob das auch für die Software gilt, die Sie nutzen. Werden Updates von selbst aufgespielt, bleiben Sie stets auf dem neuesten Stand und sichern dadurch Ihre Systeme dadurch. 

5. Einzigartige Passwörter

In Ihrem Arbeitsalltag arbeiten Sie sicher mit den verschiedensten Programmen, von E-Mail Programmen, CAD- und BIM-Software bis Baumanagement-Software ist da alles dabei. Dabei kann sich die Notwendigkeit an Passwörtern schnell summieren. Viele Menschen setzen deshalb auch im beruflichen Umfeld darauf, einfache Passwörter zu nutzen. 

Es ist außerdem keine Seltenheit, dass ein Passwort für mehrere Dienste verwendet wird. Dieses kann sogar für private und berufliche Zwecke verwendet werden. 

Wird dieses Kennwort dann gehackt, haben Kriminelle gleich Zugriff auf mehrere Benutzerkonten. Das wird dann besonders gefährlich, wenn auch das Passwort des E-Mail-Dienstes gestohlen wurde. Es ist also unbedingt davon abzuraten, Passwörter mehrfach zu verwenden.

Sichere Passwörter sind einer der wichtigsten Aspekte, wenn Sie Ihre IT-Sicherheit erhöhen und sich vor Bedrohungen schützen müssen. Sie sollten im Rahmen Ihrer Schulung unbedingt ansprechen, dass für jede Anwendung ein einzigartiges Passwort verwendet werden sollte. 

Ein sicheres Passwort sollte zudem folgendes erfüllen:

  • Mindestens 10 Zeichen
  • Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
  • Zufällige Reihenfolge
  • Große und kleine Buchstaben

Wichtig ist auch, die Passwörter niemals zu notieren. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern an, einen Passwort-Manager einzuführen. Das hilft, wenn Sie und Ihr Team nicht den Überblick verlieren möchten. 

Kriterien für ein sicheres Passwort

Voreingestellte Passwörter sollten immer geändert werden. Besteht der Verdacht, dass ein Kennwort geknackt wurde, sollten Sie es umgehend austauschen. 

Fazit: Digitale Sicherheitsmaßnahmen sind genauso wichtig wie physische

Die Arbeit auf der Baustelle stellt Sie vor die große Herausforderung, digitale und physische Schutzmaßnahmen für Ihre IT-Infrastruktur einzuführen. Beide sind wichtig, um Ihre Daten und sensiblen Informationen vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Es braucht nicht viel, um die Sicherheit mit einigen kleineren Tricks zu erhöhen. Machen Sie Ihre Mitarbeiter auf das Thema aufmerksam und veranstalten eine Schulung. Führen Sie regelmäßig Updates durch und weisen Ihr Team an, ausschließlich sichere und einmalige Passwörter für jegliche Programme und Baustellen-Apps zu verwenden. Bei Fragen oder Problemen sollten Sie sich an einen IT-Experten wenden, der Firewalls und Sicherheitssysteme für Sie einrichtet.